Wie alles anfing

(Vorbemerkung zum Text: Auf Rhodos ist es üblich, dass wir uns mit den Vornamen anreden. Dieser Gewohnheit bleiben wir auch in unseren Texten treu.)

Vor Jahren erlebte Rose aus Kornwestheim in Rhodos einen schweren persönlichen Schicksalsschlag. Um ihre Trauer und ihren Schmerz besser bewältigen zu können, entschloss sie sich, im Heim Agios Andreas für Kinder mit besonderem Pflegebedarf kostenlos zu helfen. Und da entdeckte sie bald, dass das Heim in vielen Bereichen Unterstützung braucht. (Davon reden die folgenden Bilder: Kinder im Heim; Bettlägriger; Rollstuhlversammlung. Man könnte an dieser Stelle auch Personen zeigen die uns direkt berührt haben, aber aus verständlichen Datenschutzgründen können wir nur „andeutende“ Bilder zeigen.)

1: Kinder im Heim
Kinder im Heim Agios Andreas

2: Bettlägriger

Bettlägriger

3: Rollstuhlversammlung

Rollstuhlversammlung

Das brachte sie bald auf den Gedanken, einen Verein zu gründen, der dieses Heim unterstützen kann.
So gründete sie am 28. Mai 2013 in Ludwigsburg zusammen mit Freunden und Bekannten den Verein zur Förderung des Kinderheims AGIOS ANDREAS.
Das zweisprachige Logo (s.o. über dem Titel der Seite) drückt bildlich aus, dass es um ein Zusammenwirken deutscher und griechischer Menschen geht, denen die Kinder und Jugendlichen auf Rhodos, die besondere Hilfe und Zuwendung brauchen, ein Anliegen sind.

Nachdem der Verein noch im selben Jahr anerkannt wurde, hat er seither Anschrift und Titel, samt Kontonummer für Mitgliedsbeiträge und Spenden:
Verein zur Förderung des Kinderheims AGIOS ANDREAS e.V.
Rosemarie Pakakis Kalifornienring 6 70806 Kornwestheim
Konto: Verein zur Förderung Kinderheim Agios Andreas e.V. Kreissparkasse Ludwigsburg
IBAN: DE71604500500030127551 BIC: SOLADES1LBG

Doch Rose suchte nicht nur in ihrer Heimat Unterstützer, sondern auch vor Ort in Rhodos, vor allem im deutschsprachigen Ökumenischen Begegnungszentrum auf Rhodos.
Dieses Zentrum wird von einem überkonfessionellen Trägerverein geführt.
In dieses Zentrum entsendet die Evangelische Kirche in Deutschland für jeweils 10 Monate einen Pfarrer, eine Pfarrerin oder Pfarrersehepaar zur Seelsorge, für Gottesdienste und andere Tätigkeiten, um so die vielseitigen Aktivitäten dieses Zentrums und seiner Mitglieder zu fördern.
Im Herbst 2014 fand Rose in dem Pfarrersehepaar Irmgard und Bernd Busch aufgeschlossene Mitarbeiter. Sie zeigte ihnen das Heim und machte sie mit den Vorgesetzten bekannt.
Weitere Interessierte aus dem Begegnungszentrum wurden bald in die ersten Aktionen des Vereins zur Förderung des Kinderheims Agios Andreas eingebunden. Als drei neue Kleinkinder ankamen, begannen 3 Frauen (Beate, Carmen und Irmgard) mit regelmäßiger Betreuung einmal am Abend in der Woche. Der Verein sorgte für die Bettchen der Kinder.

4: Neue Bettchen

Bettchen für die Kinder

Irmgard und Bernd entdeckten bald, dass mehr als die Sorge für materielle Güter personelle Unterstützung vonnöten ist und dies auch für die anderen staatlichen Heime gilt. Die Idee, deutschen Jugendlichen in einem freiwilligen sozialen Jahr Gelegenheit zur Mitarbeit zu bieten, war geboren. So gingen sie mit Helfern auf Erkundungstour und trafen im Waisenhaus und im Altersheim der Stadt Rhodos und im Heim für Alte, Kranke und Behinderte in Kolymbia ( ca 25 km südlich von Rhodos ) bei den jeweiligen Leitungen der Einrichtungen auf offene Ohren und großes Entgegenkommen. Man einigte sich auf den Einsatz von 4 jungen Frauen, die im Waisenhaus und im Kinderheim Agios Andreas eingesetzt werden sollten, bei Bedarf auch im Altersheim der Stadt.
Die Freiwilligen werden dabei vom griechischen Staat direkt unterstützt, indem sie umsonst im Waisenhaus wohnen und in den Heimen essen können.
Die Stadt Rhodos trägt die Fahrtkosten von der Wohnung zur Einsatzstelle Agios Andreas.
Der Verein Stirixi und die Entsendestelle Evangelische Freiwilligendienste in Hannover teilen sich das Taschengeld für die Freiwilligen. Der Verein übernimmt darüber hinaus die Kosten für den Sprachunterricht und sonstige Ausgaben für die Arbeit vor Ort und deren Verbesserung.
Seither verantworten also der Verein, die Evangelischen Freiwilligendienste, die Leitung der Einsatzstellen in Rhodos, die Stadt Rhodos und das Ökumenische Begegnungszentrum zusammen mit den Begleitpersonen vor Ort den Einsatz der jungen Frauen aus Deutschland.
Ein erster Pionierjahrgang von Freiwilligen war von Herbst 2016 bis Sommer 2017 im Einsatz. Wie es ihnen erging, kann man unter Was schon geschah nachlesen.
Neben diesem Freiwilligendienst vergrößerte sich durch den besonderen Einsatz von Irmgard auch der Dienst freiwilliger erwachsener Helferinnen vor Ort, die einmal pro Woche in das Kinderheim Agios Andreas gehen, um dort beim Verteilen des Abendessens zu helfen und mit den Kindern zu spielen. Die Kinder erwarten sie regelmäßig mit großer Freude.
Erste Mittel für das Freiwilligendienstprojekt und weitere materielle Einsätze neben den Vereinsbeiträgen der Mitglieder sammelte der Verein in Deutschland durch Benefizveranstaltungen und Konzerte. Ebenso wurde auch im Ökumenischen Begegnungszentrum für das Projekt geworben, indem Irmgard immer wieder nach Gottesdiensten Besuchern den ersten Prospekt über Agios Andreas in die Hand drückte und erläuterte (siehe unter Was schon geschah).
Seither gab es schon viel private Unterstützung für das Projekt. Wie es zur Zeit um das Projekt bestellt ist, erzählt die nächste Seite:
Was jetzt geschieht.